Am 4. April 1974 kam es gegen 08.10 Uhr in einem ehemaligen Apparatehaus der Energieversorgung Cottbus zu einem Großbrand. Am Vormittag führte ein Schweißer an der Außenwand der Halle Brennarbeiten durch. Für seine Arbeiten besaß er keinen Schweißerlaubnisschein vom Betrieb.
Der Schweißer beachtete beim Abbrennen eines Rohres nicht, dass eine Brandübertragung durch Funkenflug durch ein 15 cm starkes Rohr in das dahinterliegende Lager für Gaszähler möglich war. Nach Einstellung der Arbeit erfolgte keine Ordnungsgemäße Kontrolle des Arbeitsplatzes.
Durch die entstandenen Funken bei den Brennarbeiten, die durch ein Rohr in das Lager gelangten, wurde die Verpackung der Gaszähler entzündet und der Brand konnte auf das gesamte Lager übergreifen.
Das 35m lange, 14 m breite und 13,5 m hohe mit einem Satteldach versehenen Gebäude liegt in mitten eines Gebäudekomplexes. Es besteht aus einem Kellergeschoss und einer darüber befindlichen Turnhalle. Getrennt wurden beide durch eine Holzbalkendecke ohne Feuerwiederstand.
An den Seitenwänden der Halle befanden sich jeweils 7 Fenster mit einer Höhe von 5,25 m und einer Breite von 2,50 m. Die Fenster waren mit Maschendraht versehen, welcher ein Eindringen in die Halle erschwerte. Die Turnhalle selbst war mit Matten ausgelegt, die eine starke Rauchentwicklung mit sich brachten.
An der Südseite der Halle befanden sich Büros sowie eine Werkstatt, die durch eine Brandwand von der Halle getrennt wurden. An der Westseite und der Nordseite der Halle verlief eine unter Druck stehende Gasleitung, die in eine Umformstation einmündete. Die Gasumformstation befand sich 15 m von der Halle entfernt.
Beim Eintreffen der Feuerwehr standen bereits die Nordseite der Turnhalle und Teile der Dachkonstruktion in Flammen. Es erfolgten mehrere Verpuffungen, deren Ursache nicht sofort geklärt werden konnte. Diese Verpuffungen begünstigten die Ausbreitung des Brandes auf die gesamte Turnhalle.
An der Nordseite des Brandobjektes befand sich eine Gasleitung (Durchmesser 200 mm), die noch unter Druckstand. Es bestand die Gefahr, dass durch den sich um 6 cm weggedrückten Giebel an der Nordseite die Gasleitung zerstört werden könnte. Die Neigung des Giebels erfolgte durch Brandeinwirkung.
Durch die Brandintensität und intensive Wärmestrahlung war der Innenangriff in der Halle während der 1. Phase der Brandbekämpfung nicht durchführbar. Die vorhandenen Kräfte und Mittel des Kdo. Feuerwehr Cottbus sowie der FF des Betriebes reichten nicht aus. Deshalb wurden sofort 5 FF der örtlichen und betrieblichen Brandschutzorgane angefordert.
Im Einsatz befanden sich 3 B- Rohre, 12 C - Rohre und 2 MSR 20/100. Es bestand weiterhin die Gefahr, dass Teile des Daches herabstürzten. Der Brand konnte gegen 09.30 Uhr durch den erzwungenen Innenangriff unter Kontrolle gebracht werden.
Quelle: Chronik der Feuerwehr Cottbus










