Die Stadt Cottbus hatte in den Jahren 1861 und 1862 einige größere Brände zu verzeichnen, bei denen es sich ergab,
dass es mit dem Feuerlöschwesen im Stadtgebiet nicht gut bestellt sei. Zuerst war beabsichtigt, eine Art
Berufsfeuerwehr ins Leben zu rufen, aber man kam bald davon ab. Am 16. Februar 1863 traten die
Interessenten zur konstituierenden Versammlung im Saale des "Hotel Ring" zusammen. (jetzt Stadthaus I).
Kommando: Oberführer: Moritz Nommel, Maschinenfabrikant, stellv. Oberführer: Rudolf Briks, Tuchfabrikant, Adjudant: Emil Böttcher,
Kaufmann. Stärke: 96 Kameraden (1864 schon 189 Kameraden). |
Am 28.Februar 1863 fand hinter der Klosterkirche die erste übung statt.Im März 1864 lieferte die Stadt
eine neue Spritze und den ersten Schlauchwagen. Im Jahre
1868 erbaute die Stadt der Wehr das
Steigerhaus am Neustädter Platz, das am 12.September eingeweiht wurde.
1872 wurde die erste eiserne Wassertiene angeschafft, ein Jahr darauf drei weitere, dazu ein neuer Steigerwagen mit Gerät.
Auf dem Feuerwehrtag in Kassel, Juli
1874, welchen Kurtzrock als Delegierter der hiesigen Feuerwehr besuchte, empfing der Genannte die Anregung zur Begründung des "Verbandes freiwilliger
Feuerwehren der Provinz Brandenburg". |
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Beim 25jährigen Stiftungsfest im Jahre
1888 war die Wehr 320 Mann stark und besaß an an Geräten 1 Steigerwagen, 1 Rettungswagen, 5 vierrädrige Handdruckspritzen, 1 zweirädrige Handdruckspritze, 4 Wassertienen, 4 Wasserwagen, 1 zweirädrige Anstelleiter, 1 mechanische Ausschiebleiter und 4
Schlauchwagen. |
Am 1.September
1888 traten im Vororte Sandow ungefähr 40 Männer zur Bildung einer freiwilligen Feuerwehr zusammen. Nach der Eingemeindung von Sandow wurde diese Wehr als 3.Abteilung der
Cottbuser Wehr angegliedert. Im Oktober
1908 war die elektrische Alarmanlage fertiggestellt und mit 28 öffentlichen Feuermeldern übergeben. Das letzte Stündlein der alten Feuerglocke hatte geschlagen, auch der Turmwächter konnte in den Ruhestand treten.
Beide Einrichtungen gehören seitdem der Vergangenheit an. |
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Im Jahre
1913 bei 50jährigen Stiftungsfest zählte die Wehr 150 Mitglieder. An Geräten waren vorhanden: 7 vierädrige Handruckspritzen, 1 Steigerwagen, 1 Rettungswagen, 1 moderne vierrädrige pferdebespannte Magirusleiter, 1 Liebsche Leiter, 2 vierrädrige Wasserwagen,8 zweirädrige Wasserwagen, acht
Hydrantenwagen, 6 Schlauchwagen und als modernstes Gerät eine Gasspritze. |
Um den Feuerschutz der sich immer ausbreitenden Stadt zu gewährleisten, wurde die Anschaffung
der ersten automobilen Motorspritze beschlossen. Am 28.Juli
1922 wurde die neue Magirus Automobilspritze in Empfang genommen. Für den Transport von Geräten uns Ausrüstung stellte die Technische Nothilfe 2 Lastkraftwagen zur Verfügung. Bürgerschaft, Industrie, Handel und Gewerbe
ermöglichten, das die Wehr am 10.Januar
1924 eine Automobil-Magirusdrehleiter in Empfang nehmen konnte. Es machte sich aber auch die Anschaffung einer zweiten Motorspritze notwendig, da
ein Lastkraftwagen an die Technische Nothilfe zurückgegeben werden mußte. Am 6.Oktober
1925 wurde der Wehr eine zweite Automobilspritze übergeben, die im Depot Kaiser-Wilhelm-Platz untergestellt werden sollte. Da aber ein Anbau an dieses Gerätehaus als unrationell galt, wollte man das Depot Turnstraße erweitern. Das Bauamt fertigte auch Pläne an, dabei blieb es aber zunächst, weil kei Geld vorhanden war. In der nächsten Zeit erhielt die Wehr noch zwei Krankenautomobile und
übernahm den
Sanitätsdienst
der Stadt. |
Am 19.Februar
1929 beschloß der Magistrat den Bau einer neuen Feuerwache mit einem Kostenaufwand von 280 000 Mark an der verlängerten Turnstraße. Am 1.März 1929 gaben die Stadtverordneten die Genehmigung zum Bau. Das ursprüngliche Projekt ist der Zeit entsprechend abgeändert worden. Nach vielen Bemühungen des Feuerlöschdezernenten, Stadtrat Gehler, gelang es endlich durch Aufnahme einer Anleihe die notwendigen Mittel sicherzustellen. Am 1.Oktober 1929 konnte der erste Spatenstich getan werden. Am 24.Oktober fand die Grundsteinlegung statt. Die Wehr hat zu dieser Zeit rund 150 Mitglieder, sie steht unter dem Kommando des Oberführers Otto Haeger; stellvertretender Oberführer ist Optiker Albert Bergte. Den langjährigen früheren Oberführer Ewald Haase, Ehrenbürger der Stadt Cottbus, ernannte die Wehr in Anbetracht seiner großen Verdienste um das freiwillige Feuerlöschwesen im Jahre 1928 zum
Ehrenoberführer. |
Mit der Machtergreifung Hitlers im Jahre
1933 traten in den Feuerwehren große Veränderungen in Kraft. In diesem Jahr wurden durch das "Preußische Gesetz über das Feuerlöschwesen" vom 15.12.1933 die Feuerwehren aus dem Unterstellungsverhältnis der Kommunen herausgelöst und dem Innenministerium zugeordnet. Das heißt, seit diesem Zeitpunkt unterstand die Freiwillige Feuerwehr dem jeweiligen Ortspolizeivertreter und es kam der Name Feuerlöschpolizei auf. Im Juni 1934 wurde in der Jahreshaupt versammlung der Feuerwehr der übergang vom Verein zur Körperschaft des öffentlichen Rechtes beschlossen. Die neue Satzungen der Wehr, die vom Regierungspräsidenten genehmigt waren, wurden verlesen und einstimmig angenommen. Hatte die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Cottbus im Jahre 1933 noch 270 Angehörige, so verringerte sich dies ständig. Während des Krieges bestand die Wehr nur noch aus 170 Angehörigen und 180 dienstverpflichteten Mannschaften. Die Tätigkeit der Männer während des Krieges bestand neben den klassischen Aufgaben der Brandbekämpfung und Hilfeleistung aus Schulung und Ausbildung. Die Kameraden der Feuerwehr beteiligten sich an Aufgaben, wie die Errichtung von Luftschutzeinrichtungen und dem Ausbau von Feuerlöschbrunnen. Im Zusammenhang der durch den Luftschutz bedingten materiellen und personellen Vergrößerung der Freiwilligen Feuerwehr wurde im Jahr 1933 beantragt und 1934 in
der Berliner Straße Ecke Schillerstraße eine neue Nebenwache der Feuerwehr eingerichtet. |
1939 wurde aus der 350 Mann starken Freiwilligen Feuerwehr ein so genanntes Feuer- löschregiment
aufgestellt. Dieses bestand aus Kameraden, welche in Cottbus unabkömmlich waren und somit vorerst nicht
zur Wehrmacht eingezogen wurden. Der Fahrzeugpark der Cottbuser Wehr wurde um 17 Fahrzeuge erweitert,
darunter ein Katastrophengelände- wagen und ein Leichenbergungsfahrzeug. Im Süden der Stadt richtete man 2
weitere Wachen ein, darunter eine Exerzierhalle mit einer Fläche von 1000m2 und einem
Unterrichtsraum mit 200 Sitzplätzen. Das Alarmnetz wurde auf 49 öffentliche Feuermelder erweitert.
In die Belegschaft wurden weitere 200 Männer berufen. Die stärksten Anforderungen an die Cottbuser Feuerwehr
wurden am 15. Februar
1945 gestellt, als alliierte Bomberverbände gegen 11.30 Uhr den Cottbuser Bahnhof in Schutt und
Asche legten. Gleichzeitig wurden benachbarte Wohngebiete, das Krankenhaus und die Lutherkirche arg in
Mitleidenschaft gezogen. Hatte die Cottbuser Wehr während der Bombenangriffe auf Städte und Betriebe an
vielen Orten geholfen, so kam diesmal die Calauer Bereitschaft mit einem LF 15 Calau, LF 8 Vetschau, LF 8
Lübbenau, LF 15 Großräschen, LF mit TSA Drebkau und einer DL 27 aus Senftenberg der Cottbuser Wehr zu Hilfe.
Das Einsatzgebiet war am Krankenhaus sowie bei Flächenbränden in der Innenstadt. Am 21.04.1945 begann der
letzte sowjetische Angriff auf die Stadt, welche durch diese dann auch eingenommen wurde. Die Stadtverwaltung
und alle ihre Strukturen, darunter auch die Feuerwehr, hörten auf zu funktionieren. Am 22.04.1945 hat der
Oberbürgermeister in seinem Dienstzimmer, im nicht ausgebrannten Teil des Rathauses, die Stadt übergeben,
damit endete
am 22. April 1945 in Cottbus die zwölfjährige Naziherrschaft. |