Geschichte der Cottbuser Feuerwehr: 1946 - 1989

Feuerwehr um 1948 Angesichts der noch rauchenden Ruinen leitete der amtierende Bürgermeister Max Döring am 23.04.1945 die ersten notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Brände, zur Rettung des Lebens der Bürger und zur Wiederherstellung der kommunalen Ordnung ein. Der Bürgermeister forderte den Kameraden Kurt Dubian auf, die in der Stadt verbliebenen Feuerwehrleute zu sammeln, um die noch lodernden Brände zulöschen. Die Aufgabe waren aber kaum zu lösen. Die Feuerwehr verfügte über keine Löschfahrzeuge, Geräte bzw. Schutzbekleidung und das Wasserleitungsnetz von Cottbus war zerstört. Es gab kein Licht, kein Gas und kein Telefon. Erst am 26.05.1945 gab es den ersten Strom. Am 20.05.1945 versammelte sich eine Hand voll Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, um sich neu zu formieren. Die Leitung der Gruppe wurde dem Kameraden Kurt Dubian übertragen, denn die Oberführung der Feuerwehr sollte in bewährten Händen bleiben. Während die Kameraden der Freiwilligen- als auch der Pflichtfeuerwehr bemüht waren, das Feuerlöschwesen in Cottbus wieder aufzubauen, vernichteten Russische Einheiten, welche die Feuerwache besetzt hatten, sämtliches Inventar, Ausbildungsmaterialien sowie zur Brandbekämpfung hergerichtetes Gerät, indem sie es auf den Hof warfen und zerstörten.
auf dem Hof der alten Feuerwache Beim Aufbau der Feuerwehr fehlte es besonders an geeignetem und gut ausgebildeten Personal und an technischer sowie materieller Ausrüstung. Besonders aber fehlten vor allem die jungen Jahrgänge, die noch größtenteils in der Gefangenschaft waren. Aus diesem Grunde wurde durch den Minister des Innern des Landes Brandenburg, auf Befehl der SMA (Sowjetische Militär Administration), die Stadt Cottbus am 15. April 1947 mit der Gründung einer Berufsfeuerwehr beauftragt. Mit diesem Befehl wurde offiziell die bisherige Feuerschutzpolizei, die dem Polizeiverband schon seit 1933 angegliedert war, aufgelöst. An deren Stelle traten nun die Berufsfeuerwehren, die den örtlichen kommunalen Verwaltungen unterstellt waren. Somit hatte die Stadt Cottbus, obwohl seit über 100 Jahren oft angedacht aber nie verwirklicht, eine Berufsfeuerwehr. Leiter der Berufs- feuerwehr wurde bis zu seiner Ernennung als Bezirksinspekteur am 15. Juli 1948, Albert Bergte.
Am 26.04.1949 übergab das Feuerwehrkommando der Stadt Cottbus mit einer Generalinventuraufstellung ihr Eigentum der Stadt. Am 28.08.1949 wurde durch die Deutsche Verwaltung des Innern die Verordnung über das Brandschutzwesen in den Ländern der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands erlassen. Dabei wurden die Landes-, Kreis- und Stadtbrandschutzämter und die Berufsfeuerwehren der Städte (auch Cottbus), die bisher den örtlichen Stadtverwaltungen unterstanden, den neu gebildeten Volkspolizei Kreisämtern unterstellt. Diese Umstrukturierung führte 1950 zur Bildung der Abteilung Feuerwehr im VPKA Cottbus. Somit wurde die Berufsfeuerwehr Cottbus und die Freiwillige Feuerwehr wieder den Polizeiorganen unterstellt.
DL 22 von 1951 Anfang 1951 wurde die DL 22 Magirus von Forst nach Cottbus umgesetzt. Als Ersatz bekam die Kommandostelle Forst die alte Holzdrehleiter der BF Cottbus.Im Jahre 1951 begann die erste Auslieferung von Löschfahrzeugen LF 8 (Granit 27) aus der Produktion der DDR. Eine LF 8 erhielt die Berufsfeuerwehr Cottbus, die aber 1952 an die Freiwillige Feuerwehr Werben übergeben wurde. Im Jahre 1956 wurde die Personalstärke des Kommando Cottbus auf 46 Feuerwehrmänner und im Jahre 1958 auf 66 Feuerwehrmänner erhöht. Mit dem Brandschutzgesetz der DDR vom 18.Januar 1956 wurden die Freiwilligen Feuerwehren wieder aus dem Verantwortungsbereich der Deutschen Volkspolizei ausgegliedert und den Kommunen unterstellt. In der Stadt Cottbus wurden die FF Cottbus nun von der Abteilung Innere Angelegenheiten des Rates der Stadt geleitet.
Anbau von 1968 Anbau FMAZ In den Jahren 1967/1968 konnte endlich der lang ersehnte Anbau an das unter Denkmalschutz stehende Gebäude erfolgen. Dieser Anbau erfolgte unter denkmalpflegerischer Sicht in der gleichen Bauform wie der existierende Bau, ebenso wurden zur Verkleidung "Ilse Buntklinker" verwendet. Dieser Bau wurde im Auftrag der Polizei durch Strafgefangene errichtet. Gleichzeitig erfolgte eine Modernisierung der Feuermelde- und Alarmzentrale der Berufsfeuerwehr. Mit der Lieferung des ersten TLF 16 auf IFA W50 Basis 1972 gab es auch Veränderungen in Sachen Atemschutz. Die bis zu diesem Zeitpunkt benutzten Sauerstoff-Kreislauf-Geräte (SSG 495 BZ) wurden durch modernere Druckluft-Atemgeräte (DLA) abgelöst. Im Jahr 1978 wurde der letzte öffentliche Feuermelder in der Stadt Cottbus abgeschalten. Grund dafür waren die häufigen böswilligen Alarmierungen und der Ausbau des Netzes öffentlicher Telefonzellen. Nicht betroffen von diesen Abschaltungen waren allerdings die vorhandenen betrieblichen Brandmeldeanlagen. 1979/80 wurde direkt vor der alten Zentrale von 1930 ein Neubau für die Unterbringung der lange geplanten Feuermelde- und Alarmzentrale erschaffen. Abermals um 12 Kameraden personell aufgestockt wurde im Jahre 1982 die Berufsfeuerwehr. Dieses Personal kam hauptsächlich aus der Werkfeuerwehr des Kraftwerk Jänschwalde, welches zu dieser Zeit zur Abteilung Feuerwehr im VPKA, aber nicht zur Berufsfeuerwehr Cottbus zählte.
Höhenretter bei der Ausbildung Von 1985 bis 1990 wurde im Bezirk Cottbus ein Spezieller Höhenrettungsdienst mit einem Diensthabenden System eingeführt. Auf Grund immer schlechter werdender Materialien und keinen Nachschub, wurde dieser wieder eingestellt. Zu einem konkreten Einsatz während dieser Zeit kam es allerdings nicht. Im Jahre 1989, der Zeit der Demonstrationen gegen die Staatsführung der DDR, sollten die Berufsfeuerwehren der DDR sogar gegen Demonstranten eingesetzt werden, was allerdings in Cottbus nie geschah. Zu diesem Zweck wurden Ausbildungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit der Bereitschaftspolizei durchgeführt.
Am 01.08.1989 übernahm Bernd Brodowski die Leitung der Berufsfeuerwehr Cottbus.

letzte Aktualisierung 14.02.2010 ::: Impressum ::: Home ::: Sitemap