Angesichts der noch rauchenden Ruinen leitete der amtierende Bürgermeister Max Döring am 23.04.1945 die
ersten notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Brände, zur Rettung des Lebens der Bürger und zur Wiederherstellung
der kommunalen Ordnung ein. Der Bürgermeister forderte den Kameraden Kurt Dubian auf, die in der Stadt verbliebenen
Feuerwehrleute zu sammeln, um die noch lodernden Brände zulöschen. Die Aufgabe waren aber kaum zu lösen. Die Feuerwehr
verfügte über keine Löschfahrzeuge, Geräte bzw. Schutzbekleidung und das Wasserleitungsnetz von Cottbus war zerstört.
Es gab kein Licht, kein Gas und kein Telefon. Erst am 26.05.1945 gab es den ersten Strom. Am 20.05.1945
versammelte sich eine Hand voll Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, um sich neu zu formieren. Die Leitung der
Gruppe wurde dem Kameraden Kurt Dubian übertragen, denn die Oberführung der Feuerwehr sollte in bewährten Händen
bleiben. Während die Kameraden der Freiwilligen- als auch der Pflichtfeuerwehr bemüht waren, das Feuerlöschwesen in
Cottbus wieder aufzubauen, vernichteten Russische Einheiten, welche die Feuerwache besetzt hatten, sämtliches Inventar,
Ausbildungsmaterialien sowie zur Brandbekämpfung hergerichtetes Gerät, indem sie es auf den Hof warfen und zerstörten. |
Beim Aufbau der Feuerwehr fehlte es besonders an geeignetem und gut ausgebildeten Personal und an technischer sowie
materieller Ausrüstung. Besonders aber fehlten vor allem die jungen Jahrgänge, die noch größtenteils in der
Gefangenschaft waren. Aus diesem Grunde wurde durch den Minister des Innern des Landes Brandenburg, auf Befehl der
SMA (Sowjetische Militär Administration), die Stadt Cottbus am 15. April 1947 mit der Gründung einer
Berufsfeuerwehr beauftragt. Mit diesem Befehl wurde offiziell die bisherige Feuerschutzpolizei, die dem Polizeiverband
schon seit 1933 angegliedert war, aufgelöst. An deren Stelle traten nun die Berufsfeuerwehren, die den örtlichen
kommunalen Verwaltungen unterstellt waren. Somit hatte die Stadt Cottbus, obwohl seit über 100 Jahren oft angedacht
aber nie verwirklicht, eine Berufsfeuerwehr. Leiter der Berufs- feuerwehr wurde bis zu seiner Ernennung als
Bezirksinspekteur am 15. Juli 1948, Albert Bergte. |
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Am 26.04.1949 übergab das Feuerwehrkommando der Stadt Cottbus mit einer Generalinventuraufstellung ihr Eigentum der
Stadt. Am 28.08.1949 wurde durch die Deutsche Verwaltung des Innern die Verordnung über das Brandschutzwesen
in den Ländern der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands erlassen. Dabei wurden die Landes-, Kreis- und
Stadtbrandschutzämter und die Berufsfeuerwehren der Städte (auch Cottbus), die bisher den örtlichen Stadtverwaltungen
unterstanden, den neu gebildeten Volkspolizei Kreisämtern unterstellt. Diese Umstrukturierung führte 1950 zur
Bildung der Abteilung Feuerwehr im VPKA Cottbus. Somit wurde die Berufsfeuerwehr Cottbus und die Freiwillige Feuerwehr
wieder den Polizeiorganen unterstellt. |
Anfang 1951 wurde die DL 22 Magirus von Forst nach Cottbus umgesetzt. Als Ersatz bekam die Kommandostelle Forst
die alte Holzdrehleiter der BF Cottbus.Im Jahre 1951 begann die erste Auslieferung von Löschfahrzeugen LF 8
(Granit 27) aus der Produktion der DDR. Eine LF 8 erhielt die Berufsfeuerwehr Cottbus, die aber 1952 an die
Freiwillige Feuerwehr Werben übergeben wurde. Im Jahre 1956 wurde die Personalstärke des Kommando Cottbus
auf 46 Feuerwehrmänner und im Jahre 1958 auf 66 Feuerwehrmänner erhöht. Mit dem Brandschutzgesetz der DDR vom
18.Januar 1956 wurden die Freiwilligen Feuerwehren wieder aus dem Verantwortungsbereich der Deutschen Volkspolizei
ausgegliedert und den Kommunen unterstellt. In der Stadt Cottbus wurden die FF Cottbus nun von der Abteilung Innere
Angelegenheiten des Rates der Stadt geleitet. |
In den Jahren 1967/1968 konnte endlich der lang ersehnte Anbau an das unter Denkmalschutz stehende Gebäude
erfolgen. Dieser Anbau erfolgte unter denkmalpflegerischer Sicht in der gleichen Bauform wie der existierende Bau,
ebenso wurden zur Verkleidung "Ilse Buntklinker" verwendet. Dieser Bau wurde im Auftrag der Polizei durch
Strafgefangene errichtet. Gleichzeitig erfolgte eine Modernisierung der Feuermelde- und Alarmzentrale der
Berufsfeuerwehr. Mit der Lieferung des ersten TLF 16 auf IFA W50 Basis 1972 gab es auch Veränderungen in Sachen
Atemschutz. Die bis zu diesem Zeitpunkt benutzten Sauerstoff-Kreislauf-Geräte (SSG 495 BZ) wurden durch modernere
Druckluft-Atemgeräte (DLA) abgelöst. Im Jahr 1978 wurde der letzte öffentliche Feuermelder in der Stadt Cottbus
abgeschalten. Grund dafür waren die häufigen böswilligen Alarmierungen und der Ausbau des Netzes öffentlicher
Telefonzellen. Nicht betroffen von diesen Abschaltungen waren allerdings die vorhandenen betrieblichen Brandmeldeanlagen.
1979/80 wurde direkt vor der alten Zentrale von 1930 ein Neubau für die Unterbringung der lange geplanten Feuermelde-
und Alarmzentrale erschaffen. Abermals um 12 Kameraden personell aufgestockt wurde im Jahre 1982 die Berufsfeuerwehr.
Dieses Personal kam hauptsächlich aus der Werkfeuerwehr des Kraftwerk Jänschwalde, welches zu dieser Zeit zur
Abteilung Feuerwehr im VPKA, aber nicht zur Berufsfeuerwehr Cottbus zählte. |
Von 1985 bis 1990 wurde im Bezirk Cottbus ein Spezieller Höhenrettungsdienst mit einem Diensthabenden System
eingeführt. Auf Grund immer schlechter werdender Materialien und keinen Nachschub, wurde dieser wieder eingestellt.
Zu einem konkreten Einsatz während dieser Zeit kam es allerdings nicht. Im Jahre 1989, der Zeit der Demonstrationen
gegen die Staatsführung der DDR, sollten die Berufsfeuerwehren der DDR sogar gegen Demonstranten eingesetzt werden,
was allerdings in Cottbus nie geschah. Zu diesem Zweck wurden Ausbildungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit der
Bereitschaftspolizei durchgeführt. Am 01.08.1989 übernahm Bernd Brodowski die Leitung der
Berufsfeuerwehr Cottbus. |