Mit dem Beitritt der DDR zur BRD am 03.10.1990 oblag nun der Brandschutz dem Land Brandenburg als Gesetzgeber.
Im Bereich der BF kam es aber auch zum vorzeitigen Aus- scheiden von Kameraden aus dem Dienst. Diese Maßnahme beruhte
auf der Grundlage einer Vorruhestands- regelung der Polizei, die es Kameraden im Alter über 50 Jahren ermöglichte,
vorzeitig in den Ruhestand zu gehen. Diese Regelung wurde von zahlreichen Kameraden in Anspruch genommen.
Am 27.09.1990 wurden diese feierlich verabschiedet. Dem gesamten Personalbestand der Berufsfeuerwehr Cottbus wurde
zum 31.12.1990 durch die Polizei gekündigt. Zum 01.01.1991 wurden neue Arbeitsverträge mit der Stadt Cottbus
geschlossen. Seit diesem Zeitpunkt gehörten die Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Cottbus
wieder untrennbar zusammen. Diese wurden nun gemeinsam im Amt 38, später dann im Amt 37 der Stadtverwaltung Cottbus
als Feuerwehr Cottbus geführt. |
Mit Wirkung zum 01.02.1991 wurde der Rettungsdienst dem Amt 37 Feuerwehr übertragen und als Leitender
Notarzt wurde der Herr CA OM Dr. Med. Scharf, Chefarzt der Notaufnahme am Carl-Thiem-Klinikum Cottbus, durch die
Stadt Cottbus berufen. Somit erhielt die Feuerwehr wieder ihr altes angestammtes Arbeitsgebiet als eine neue große
Herausforderung zurück. Ein großer Teil des Personals der ehemaligen SMH bzw. des DRK-Krankentransportes wurde dann
zum 01.05.1991 offiziell durch das Amt Feuerwehr in der Stadtverwaltung Cottbus übernommen. Während von der SMH 9
Kollegen und vom DRK 5 Kollegen zur Feuerwehr überwechselten, gingen weitere 4 Kollegen zur Johanniter-Unfall-Hilfe
(JUH). Dieser Hilfsorganisation wurden durch die Stadt Cottbus offiziell Aufgaben im Rettungsdienst (RD) sowie
im Krankentransport übertragen. |
Die Zuführung neuer Technik in der FMAZ bewirkte einen immer größeren Mangel an ausreichendem Platz, so dass es
immer notwendiger wurde, eine neue Leitstelle zu erbauen. Deshalb wurde der Herr Seppel mit der Planung einer
neuen Computergestützten Leitstelle beauftragt, die vom Land Brandenburg mit ca. 1 Mio. DM finanziert wurde.
Da andere Räume nicht zur Verfügung standen, begann der Aufbau der Leitstelle in einer ehemaligen Wohnung im
Wohnblock neben der Feuerwehr. So sollte eine Leitstelle mit einem großen Arbeitsraum, in dem die Einsatzleittische
für Feuerwehr und Rettungsdienst untergebracht waren sowie einem Technikraum mit dem Ersatztisch, einer kleinen Küche
und einer Toilette entstehen. Im 4. Quartal 1991 wurde mit dem Bau begonnen und mit der offiziellen übergabe am
04.11.1992 war der Aufbau dieser Integrierten Leitstelle beendet. |
Ein ständiger und harter "Kampf" welcher über viele Jahrzehnte hinweg ging, war der "Kampf" um die Verbesserung
der Arbeits- und Lebensbedingungen der Mitarbeiter. In den vergangenen Jahrzehnten wurden viele Versuche unternommen,
eine neue Hauptfeuerwache zu errichten, aber immer scheiterten diese Vorhaben am nicht vorhandenen Geld. Auch nach
der "politischen Wende" ging der "Kampf" weiter und auch hier gab es anfänglich immer weitere Vertröstungen, so war
z.B. die ehemalige Kaserne der Transportpolizei lange Zeit im Gespräch, als "Feuerwache Süd" genutzt zu werden, aber
dieser Versuch musste wieder fallen gelassen werden. Am 25.01.1995 beschlossen dann die Cottbuser
Stadtverordneten den Neubau einer neuen Hauptfeuer- und Rettungswache in Cottbus. |
Da durch das Land Brandenburg und der Euro- päischen Union beantragte Fördermittel ausblieben, beschloß die
Stadtverordnetenversammlung am 03. September mit ihre Haushaltsbeschluss die Eigenfinanzierung dieser Investition
durch die Stadt Cottbus und somit konnte am 19. Dezember 1996 der erste Spatenstich erfolgen.
Am 02.04.1997 erfolgte für den Neubau der Feuer- und Rettungs- wache die feierliche Grundsteinlegung durch den
Oberbürgermeister Waldemar Kleinschmidt sowie durch Vertreter des Spree-Neiße-Kreises. Da ab diesem Zeitpunkt
der Bauablauf zügig voranging, konnte schon am 26. August 1997 das Richtfest erfolgen. Da im Laufe dieses
Bauabschnittes das beauftragte Planungsbüro Konkurs anmeldete, erfolgte im Oktober ein Wechsel des Planungsbüros.
Mit dem Bau der modernsten Feuerwache Deutschlands im Südeck wurde gleichzeitig in die Zukunft der Stadt Cottbus
investiert. |
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Als ein besonderer Höhepunkt im Jahr 1997 war der 50. Jahrestag der Gründung der Berufsfeuerwehr Cottbus
anzusehen. Zu diesem Höhepunkt wurde am 23.08.1997 ein "Tag der offenen Tür" in der Wache Ewald-Haase-Straße
durchgeführt. Neben Vorführungen der BF und der FF konnte die gesamte Wache, wie auch die Leitstelle besichtigt w
erden. Dieser Höhepunkt wurde nicht nur von der Bevölkerung mit großem Interesse wahrgenommen. An diesem Tag
konnten auch viele ehemalige Kameraden der Berufsfeuerwehr begrüßt werden. |
Am 23. Juni 1999 wurde die nun gemeinsam betriebene Leitstelle Cottbus / Spree-Neiße in Betrieb genommen.
Die modernste Leitstelle Deutschlands befindet sich im Bauteil 1 und erstreckt sich über 2 Etagen. Im Erdgeschoss
wurde der vollklimatisierte Leitstellenraum mit 6 Arbeitsplätzen geschaffen. In diese Bauleistung einschl. der
gesamten elektrotechnischen Ausstattung der Wache flossen ca. 5,5 Millionen DM. Die Wachschichten begannen ihren
Dienst am 01.07.1999 (nachdem der Personalbestand vorher auf die beiden Wachen aufgeteilt wurde) in der neuen
Wache, genau 69 Jahre und 1 Tag nach der feierlichen Übergabe der Wache in der Ewald-Haase-Straße am 30.06.1930.
Der festliche Dienstantritt begann genau um 07.00 Uhr mit dem Umzug der Technik von der Ewald-Haase-Straße zur
Dresdener Straße. Begleitet von Polizeifahrzeugen führte der Weg der Einsatzfahrzeuge über die Bahnhofstraße,
den Stadtring und durch die Straße der Jugend bis zur neuen Wache. |
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Am 10. Juli 1999 erfolgte am "Tag der offenen Tür" mit über 10.000 Gästen und Besuchern die feierliche
übergabe der Hauptfeuer- und Rettungswache durch den Oberbürgermeister Waldemar Kleinschmidt. Als weitere Gäste
konnten u.a. neben den vielen Feuerwehren aus der näheren und weiteren Umgebung Vertreter des Spree Neiße Kreises,
der Ministerpräsident Manfred Stolpe sowie der Landesbrandmeister Helmdach begrüßt werden. Durch die katholische
und evangelische Kirche wurde die neue Feuerwache gesegnet und im Anschluss fand die feierliche Fahnenweihe statt.
Seit diesem Zeitpunkt besitzt die Feuerwehr Cottbus eine eigene Traditionsfahne. |
| Einen schweren Rückschlag in der Verbandsarbeit, besonders auf Landesebene, erlitten die Kameradinnen
und Kameraden in Vorbereitung der 125-Jahrfeier des Brandenburgischen Provinzial Feuerwehrverbandes dessen Jubiläum
in Cottbus, der Geburtsstadt dieses Verbandes im Jahre 1877, gefeiert werden sollte. Obwohl in über einem Jahr in
zahlreichen Tagungen ein Veranstaltungskonzept erarbeitet wurde und die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr
Cottbus bereit waren, im höchsten Maße die Veranstaltung zu unterstützen, musste diese aus finanziellen Gründen
abgesagt werden. Hierzu schrieb der Kamerad Siegfried Mende am 12.06.2002 in der Lausitzer Rundschau: |
"Vom schmählichen Vergessen eines Jubiläums"
Als am 3. und 4. Juni 1877 verdienstvolle Angehörige der Feuerwehr, unter ihnen der Initiator und
Mitbegründer, der erste Oberführer der Cottbuser Feuerwehr Moritz Nommel, sich dazu aufrafften, das Feuerlöschwesen
im Land Brandenburg neu zu organisieren, ahnten sie wohl kaum, dass man nach 125 Jahren ihren damaligen Bemühungen
so wenig Beachtung schenken würde.
Obwohl rechtzeitig öffentlich angekündigt, musste die vorgesehene Jubiläumsveranstaltung aus Mangel
an "finanziellen Mitteln" ausfallen.
Ich selbst bin seit fast 60 Jahren in der Feuerwehr tätig, und ich finde es, auch im Interesse
der vielen Kameradinnen und Kameraden unserer Feuerwehr, die zu jeder Tages- und Nachtzeit ihre ganze
Kraft, oftrnals unter Einsatz ihres eigenen Lebens, zum Schutz unserer Bürger und ihres Eigentums vor
Brand- und anderen Gefahren einsetzen, als äußerst undankbar, wenn die staatlichen und kommunalen Organe
ein solches historisches Jubiläum einfach "ausfallen lassen". |
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| Außerordentliche Belastungen kamen auf die Cottbuser Feuerwehr beim Elbe Hochwassereinsatz in den
Katastrophengebieten von Dresden und in der Prignitz zu. In einer kurzen Lageeinschätzung vom Amtsleiter hieß es:
"Seit Beginn der Hochwassereinsätze am 13.08.2002 waren aus der Stadt Cottbus im Einsatz:
Vom 13.–19.08.2002 in Dresden: 48 Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Cottbus, 27 Angehörige der
Berufsfeuerwehr Cottbus mit folgender Technik: 1 Einsatzleitwagen (ELW), 1 ELW-2, 1 Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF),
3 Löschfahrzeuge (LF8), 1GW-Transport mit Pumpentechnik, 1 Boot mit Hänger, 2 Schlauchbooten. Zusätzlich zu den
Feuerwehren waren im Einsatz: 1 technischer Zug des Technischen Hilfswerkes (THW) Cottbus mit 12 Helfern.
Insbesondere in den ersten Stunden und Tagen waren alle Kräfte der Feuerwehr mit der Rettung von Menschen, die vom
Wasser eingeschlossen wurden, beschäftigt. Darüber hinaus waren die Einsatzkräfte zum Schutz der Kulturgüter in der
Dresdener Altstadt eingesetzt. |
Anläßlich des 140-jährigen Bestehens der Feuerwehr Cottbus richtete, wenn auch etwas verspätet, nämlich erst am
29.08.2003, die Feuerwehr Cottbus einen festlichen Empfang aus. Zu diesem Empfang waren zahlreiche Gäste
aus den Bereichen Feuerwehr, Stadtpolitik und Wirtschaft geladen. Der Amtsleiter Herr Brodowski, die
Oberbürgermeisterin Frau Rätzel sowie der neu gewählte Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes,
Kam. Hans- Peter Kröger hielten eine kurze Rede. In allen Reden wurden die Leistungen der Cottbuser
Feuerwehrkameraden ausdrücklich gelobt. |
Am 23. Juni 2007 feierte die Berufsfeuerwehr Cottbus offiziell ihren 60. Geburtstag mit einem
"Tag der offenen Tür". über 8000 Besucher nutzten die Gelegenheit, um sich ein Bild von der vielseitigen Arbeit
der Feuerwehr zu machen. Als Ehrengäste konnten wir unter anderem auch Brandenburgs Ministerpräsidenten
Matthias Platzeck, den Oberbürgermeister der Stadt Cottbus Frank Szymanski und viele ehemalige Kameraden der
Berufsfeuerwehr begrüßen. |
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