Eckpunkte der Bundesärztekammer für die Reanimation 2010
im Vergleich zu den Eckpunkten 2006, basierend auf den ERC-Leitlinien für die Wiederbelebung vom 18.10.2010, Stand 10.11.2010
Im Oktober 2010 wurden vom International Liaison Committee On Resuscitation (ILCOR) „2010 International Consensus on Cardiopulmonary Resuscitation and Emergency Cardiovascular Care Science with Treatment Recommendations“ (CoSTR) veröffentlicht. Diese international bewerteten und konsentierten wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Reanimation sind die Grundlage für die nationalen Leitlinien der Bundesrepublik Deutschland, verabschiedet vom Deutschen Beirat für Erste Hilfe und Wiederbelebung bei der Bundesärztekammer am 10.11.2010.
Das Vorgehen bei der Wiederbelebung im Erwachsenen- und Kindesalter wurde vereinheitlicht und weiter vereinfacht, da komplizierte und damit schwer vermittelbare Empfehlungen den Erfolg von Reanimationsmaßnahmen nachweislich beeinträchtigen.
Eckpunkte der Bundesärztekammer für die Reanimation 2010

Medikamente
- Die Medikamentengabe über den Endotrachealtubus wird nicht mehr empfohlen.
- Wenn kein i. v. - Zugang gelegt werden kann, sollen die Medikamente intraossär (i. o.) verabreicht werden.
- Nach Injektion soll mit 20 ml Flüssigkeit nachgespült und ein Hochlagern der Extremität für 10 – 20 Sekunden vorgenommen werden.
- Medikament der Wahl bei allen Formen des Kreislaufstillstands ist Adrenalin, alle 3 bis 5 Minuten (nach zwei CPR-Zyklen) gegeben.
- Bei Kammerflimmern oder pulsloser Kammertachykardie (VF oder pVT) wird Adrenalin (1 mg) nach dem dritten Schock und nach Beginn der HDM gegeben.
- Bei Asystolie und pulsloser elektrischer Aktivität (PEA) wird Adrenalin (1 mg) gegeben, sobald ein Zugang geschaffen wurde.
- Bei Kammerflimmern oder pulsloser Kammertachykardie (VF oder pVT) kann nach dem 3. Schock auch Amiodaron (300 mg) gegeben werden. Eine weitere Injektion von 150 mg kann bei refraktärem VF/VT verabreicht werden.
- Atropingabe bei Asystolie oder pulsloser elektrischer Aktivität (PEA) wird nicht mehr empfohlen.
- Nach Wiederherstellung eines spontanen Kreislaufs soll eine Hyperglykämie (>180mg/dl) behandelt werden.
- Natriumbikarbonat (50 mmol) wird nur bei Kreislaufstillstand durch Hyperkaliämie oder Überdosierung von trizyklischen Antidepressiva gegeben.
Quelle: Eckpunkte der Bundesärztekammer für die Reanimation 2010
Reanimationsalgorhythmus

Reanimationsalgorhythmus 2010

